Fronleichnam-Firlefanz oder Demo?

"Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabkommt." (Joh, 6,51,1)

Kein Fest war über die Jahrhunderte so umstritten wie Fronleichnam. Semantisch missverstanden, über die Jahrhunderte im Mittelalter und auch in der Neuzeit folkloristisch überfrachtet und heute als nicht zeitgemäß empfunden. Martin Luther bezeichnete Corpus Christi (ein anderer Begriff für Fronleichnam) als "das allerschändlichste Fest". Aber welcher Anlass kann ein besserer sein, als ein eigenes Fest zum "Hochfest des Leibes (mhdt. lícham) und Blutes des Herrn (mhdt. vrône)". Wir Katholiken feiern jeden Sonntag die Wandlung nicht nur "still und heimlich" in der Eucharistiefeier in einer "abgeschlossenen" Kirche, sondern zeigen (lat. monstrare) dies an Fronleichnam im Rahmen einer Prozession der ganzen Gemeinde mit all ihrer Symbolkraft (die vier Stationen symbolisieren die vier Himmelsrichtungen).

Den "Firlefanz" schaffen wir Gläubige selbst, in dem wir die Kernbotschaft des Festes verfremden. Denn erst durch die Wandlung wird der Leib und das Blut Christi wahrhaftig und gegenwärtig. In Sachen "Demonstration" stünde uns mehr Selbstvertrauen und Demut besser zu Gesicht, in dem wir das größte Wunder des Christentums allen "zeigen", und es auch feiern.

"Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt." (Joh, 6, 51, 2-3)

In diesem Jahr feiern wir in unserer Gemeinde Fronleichnam ausnahmsweise nicht im Rahmen einer Prozession, jedoch als Familiengottesdienst mit anschließendem Familienfest.
Donnerstag, 20.06.2019 9:30 Bonifatiuskapelle (Kriftel)
(bei schlechtem Wetter in St. Vitus - bitte auf der Homepage ab 8:00 vorbeischauen)

Eventuell das nächte Mal dann zusammen: Prozession und Familienfest.