Glaube im Alltag

Die Vorfreude auf das Fest der Liebe wächst. Aber warum eigentlich Fest der Liebe?

Weil wir alle einträchtig und liebevoll unter´m Weihnachtsbaum sitzen?
So wünschen wir uns das gerne, aber die Realität sieht doch oft anders aus.
 
An Weihnachten feiern wir Christen die Geburt von Jesus Christus. Wir feiern, dass Gott in diesem Menschen zu uns auf die Erde gekommen ist. Aus lauter Liebe zu uns.
Wenn ich an Heiligabend nach "geschlagener Schlacht" in der Christmette sitze, die beiden Söhne als Messdiener vor der großen Krippe knien und dort verharren, während wir gemeinsam singen, da weiß ich: "Genau jetzt, in diesem Moment, an diesem Ort, ist Gott für mich auf die Welt gekommen." Da spüre ich, dass es richtig so ist, wie es ist.
Das ist für mich ein Sakrament, ein sichtbares Zeichen, eine sichtbare Handlung, die mich an der unsichtbaren Wirklichkeit Gottes teilhaben lässt. Da kann ich noch so viel über die allgemeingültigen Sakramente lernen, die ja natürlich trotzdem dadurch ihre Allgemeingültigkeit nicht verlieren.
 
Die Adventszeit ist ursprünglich für uns Christen eine Fastenzeit gewesen, auch wenn - so ehrlich dürfen wir sein - keiner von uns heute auf Weihnachtsplätzchen oder Glühwein verzichten möchte.
Die Fastenzeit erinnert uns daran, wie Jesus nach seiner Taufe 40 Tage durch die Wüste gezogen ist und mit sich und den menschlichen Versuchungen nach Macht, Wissen und leichter Befriedigung der Bedürfnisse gerungen hat. Und zu dem Schluss kam, dass es mehr braucht, als nur das Brot, das satt macht, dass es mehr gibt auf der Welt, als das, was wir bis auf´s Kleinste sehen und erklären können. Dass Macht schnell missbraucht wird für egoistische Pläne und Ideale.
 
Für mich hat ein Wandern in der Wüste viel mit Suchen zu tun. Nach Wasser, nach etwas Essbarem, nach einem schattigen Plätzchen zum Ausruhen, nach einem wärmenden, schützenden Felsvorsprung in den sternklaren kalten Wüstennächten. 
Vielleicht können wir uns diese Suche für die Fastenzeit im Advent trotz Plätzchen und Glühwein doch einmal mitnehmen. Suchen wir doch mal nach Orten in unserem Leben, in denen Gott uns so nahe kommt. Die für uns zum Sakrament werden. In denen es stimmig ist, diese Geborgenheit in Gottes Armen.
Die Profis unter Ihnen werden wissen, dass es viele solche Momente im ganz Alltäglichen geben kann.
Nur, lassen wir so viel Nähe wirklich gerne zu? Glauben wir Gott, dass er so nah bei uns sein will?
Mir persönlich ist das richtig, richtig schwer gefallen. Denn in unserer Welt, so meint man, ist doch eigentlich kein Platz für Gott.
Aber er hat nur diese eine Welt, wo soll er denn sonst sein? Versuchen Sie es einfach mal - Sie werden merken, es macht was mit Ihnen.