Digitalisierung und Glaube

Ist die Kirche heute noch Stütze der Menschen und Gesellschaft? Welchen Herausforderungen sieht sich die Kirche in Anbetracht der digitalisierten Welt gegenübergestellt?

Dies waren einige der Fragen, die im Vorfeld auf die gut besuchte Veranstaltung am 8. Februar, dem ersten der zweiteiligen Reihe der Erwachenenbildung unserer Pfarrei, angekündigt wurden und die neugierig gemacht haben.

Vor einem vollen Gemeindesaal diskutierten die drei Krifteler Theologen Pfarrerin Carmen Schneider, Pfarrrer Helmut Gros und Dr. Athanasos Bastekis, was unser christlicher Glaube einer Gesellschaft, die sich den enormen Chancen aber auch den Herausforderungen der Digitalisierung gegenüber gestellt sieht, anbieten kann. Durch den Abend führte Mathias Nippgen-van Dijk vom Caritasverband Main-Taunus.

Da war natürlich die Gemeinschaft, die Nähe, die nur im zwischenmenschlichen Miteinander entstehen kann, an ganz vorderster Stelle genannt. Pflege und Robotik, die Frage, wie werden wir einmal gepflegt, die z.B. in Ländern wie in Japan schon längst zugunsten der automatisierten Robotik-Pflege entschieden ist, wurde dabei insbesondere in den Fokus genommen.
Wer ist noch da, der mir einmal die Hand hält, wenn ich Nähe brauche? Wenn ich Schmerzen leide? Wo bleibt die Menschlichkeit in der Pflege? Caritative Einrichtungen der Kirche sind da explizit gefragt, in finanzieller Konkurrenz zu wirtschaftlichen Unternehmen die Kunst zu wahren, ihre christliche Identität nicht zu verlieren und genau das zu bieten: Menschlichkeit, Nähe, Berührung. Verständnis. Geduld.

Aber auch unsere heutige Art der Kommunikation wurde auf Herz und Nieren geprüft. Die mails, die am frühen Morgen noch schnell beantwortet werden müssen oder am späten Abend einen noch in die Nacht begleiten, die Art und Weise, wie wir etwas schreiben, ohne die Reaktion des Gegenübers als feedback zu bekommen - das verändert Kommunikation und muss bewusst so wahrgenommen werden. Traf man sich früher im Café um die Ecke, um Neuigkeiten auszutauschen, so ist das heute schnell mal in einen Chat gepackt. Auch hier ist es wieder die körperliche Nähe, die verloren geht. Deshalb ist es wichtig, dass es Orte gibt, wo sich Menschen zusammenfinden, wo sie körperlich miteinander anwesend sind, und das auch so wahrnehmen. Wo sie gemeinsam sich für eine Sache einsetzen, wo sie miteinander reden und sich dabei in die Augen schauen können.

Natürlich bietet aber auch die digitale Welt Chancen. So kann die Botschaft, die Jesus in die Welt gebracht hat, auf ganz anderen Kanälen verbreitet werden. "Petrus würde das Internet benutzen" war da schonmal gefallen. Auch bieten sich für Interessierte ganz neue Wege, ihren Glauben sich zu erschließen. Man ist eben nicht mehr nur davon abhängig, was einem zuhause so erzählt wird. Das bietet Chancen - aber auch Probleme, denn es gelangen alle Anbieter sinnstiftender Seiten ungefiltert ins weltweite Netz.

Im Anschluss standen die Referenten noch für Fragen zur Verfügung und es folgten noch angeregte Gespräche. Man war sich einig: dies war ein gelungener Schritt. Es mögen noch viele weitere folgen.

Am 12. März führte dann Kaplan Stefan Salzmann die Anwesenden ein in die Thematik der Glaubensweitergabe über das Internet. Bibel und youtube, geht das? Ja, davon konnten wir uns in einer Live-Präsentation überzeugen. Manch älterere Anwesende hatte dort vielleicht erstmalig ein youtube-Video gesehen?

Sinnsuche ist ein gesellschaftliches Phänomen. Hier nicht im Markt der Möglichkeiten seine eigene Identität zu verlieren. Verloren zu gehen. Eine Herausforderung für Kirche. Jedoch gelingt es ihr in vielen Fällen schon mit gut gemachten und erfolgreichen Internetauftritten und Profilen bei facebook oder twitter. An dem Abend konnten wir einige davon entdecken.

facebook.com/holyzont
holyzont.wordpress.com

da_zwischen auf facebook
netzgemeinde-dazwischen.de

Jana https://www.youtube.com/channel/UC8bIqnUJRVWArAW8X3u7iJA

www.internetseelsorge.de

www.y-nachten.de
https://valerieundderpriester.de