Pastoralvisitation der Pfarrei

Alle vier Jahre kommen im Wechsel der Bischof oder der Weihbischof zu Besuch, um sich ein Bild von der pastoralen Arbeit vor Ort zu machen.

Am 14. Mai 2019 fand für die Pfarreien St. Laurentius, St. Margareta, St. Jakobus und St. Michael Eppstein und St. Peter und Paul Hofheim-Kriftel erstmalig eine gemeinsame Pastoralvisitation statt.

Weihbischof Dr. Thomas Löhr wollte sensibilisiert werden für die Probleme, die die Menschen vor Ort mit und in der Kirche haben, wo es neue Aufbrüche gibt und wo Handlungsbedarf notwendig ist.
Den ganzen Tag reiste er mit dem Pastoralteam durch die einzelnen Treffpunkte von Eppstein über Hofheim bis nach Kriftel.

Um 18 Uhr feierten wir dann alle zusammen in St. Vitus die Messe. Dabei hörten wir passend zur Visitation die Lesung aus der Apostelgeschichte. Die Geschichte heißt: „Die Entstehung einer christlichen Gemeinde in Antiochia“ und handelt davon, dass die Jünger nicht nur den eigenen jüdischen Leuten die Botschaft von Jesus erzählten, sondern allen Menschen um sie herum. Und dass plötzlich viele Menschen für sich entschieden, dass der Lebensstil, den Jesus vorgelebt hat, nachahmenswert ist. So viele, dass selbst Barnabas und Saulus aus Jerusalem nach Antiochien kamen, um zu sehen, wie gut es laufen kann, wenn da Menschen glaubhaft für Gottes Wort einstehen und das Wort mit Leben füllen. Das war die erste Visitation der Geschichte des Christentums.
So konnten wir uns also geistig gut gestärkt in diese Tradition einreihen. Nach der Messe wurden wir mit einem liebevoll hergerichteten Buffet des Kirchenschmaus-Teams auch körperlich gestärkt.              

Am Abend stand noch das Gespräch mit den synodalen Gremien (Verwaltungsrat und Pfarrgemeinderat) auf dem Programm.
Hier konnten wir in entspannter freundlicher Umgebung unsere Fragen und Probleme loswerden. Die Gleichberechtigung der Frauen wurde ganz zu Anfang thematisiert, denn auch an diesem Abend zeigte sich, der Saal wäre ziemlich leer und still gewesen, wenn alle Frauen an dem Abend gestreikt hätten. Aber dafür liegt uns viel zu viel an der Kirche und vor allem an den Menschen in den Gemeinden, die vor Ort eben auch das tun, was die Jünger in Antiochia schon getan haben: die Botschaft Jesu mit Leben zu füllen. Bezeichnenderweise aber wurde dazu mal wieder nur betroffen genickt.

So kamen wir dann zu Themen, wie denn die Hauptamtlichen und die Ehrenamtlichen unterstützt werden können, konkret in der Jugendarbeit vor Ort oder in der Verwaltung. Dass es in Sichtweite zur Finanzmetropole Europas keinen Finanzexperten aufzutreiben geben soll, der (oder die) unseren Pfarrer und den Verwaltungsrat in finanziellen und administrativen Fragen zur Seite stehen kann, blieb als Frage offen.

Aber auch Unterstützungsmöglichkeiten bei der Arbeit in der Caritas, die durch den gesellschaftlichen Wandel geprägt mit immer mehr prekären Lebenssituationen konfrontiert wird, wurden besprochen. Welche Antworten gibt Kirche auf den gesellschaftlichen Wandel und die Probleme, die daraus entwachsen? Die Bandbreite reichte vom ökologischen Dilemma, in das unsere Kinder hineinwachsen, bis zur Sorge, dass diese Kinder gar nicht mehr von Gott erfahren können, wenn die Eltern den Glauben nicht mehr vorleben und die Menschen in der Gemeinde nicht mehr erreichbar sind.

Alles in allem hat Weihbischof Löhr eine lange To-do-Liste auf den Heimweg nach Limburg mitbekommen. Bezirksdekan Dr. Matthias Braunwarth, der den Abend moderierte, war froh, dass jeder die Gelegenheit wahrnehmen konnte, seine drängendsten Probleme loswerden zu können.
Wir sind gespannt, wie es nun mit uns und mit der Kirche an sich weitergeht.