Gelobte Wallfahrt zur Bergkapelle

"Kraft, die die Schwachen stützt" Auch heute, wie vor über 350 Jahren, sind Zeiten der Krankheit mit Zeiten der Schwäche verbunden, in denen es Kraft braucht.

Damals grassierte die Pest in der Region. Aus Dankbarkeit, dass es hier zu keiner Katastrophe kam, bauten die Menschen damals die alte Pestkapelle und gelobten, jedes Jahr eine Wallfahrt dorthin zu machen.

Dass es auch heute immer wieder Momente gibt, in denen wir Kraft von oben brauchen, daran erinnerten uns Thomas Hammer und Beate Bendel von der Krankenhausselsorge in Höchst. Wir beteten gemeinsam für Frau M., die gegen ihren Brustkrebs kämpft. Für Herrn K., der nach einem Schlaganfall wieder die ersten Schritte ins Leben erlernt. Familie S., deren so freudig erwarteter Nachwuchs das Licht der Welt nicht erblicken konnte. Für Frau L., die im Alter auf sich alleine gestellt ist, die niemand mehr besuchen kommt.

Im Markusevangelium wird berichtet von einer Frau, die seit Jahren chronisch erkrankt ist. Bei so vielen Ärzten war sie schon gewesen, hat viel erlitten dabei, hat all ihr Vermögen ausgegeben. Und keiner konnte ihr helfen. Keiner, der ihr ein hoffnungsvolles Wort sagen konnte, keiner, der ihr Heilung zusagen konnte. Sie war völlig kraftlos, als sie zu Jesus kam. Als sie sein Gewand berührte, ging von Jesus eine Kraft aus. Diese Kraft hat der Frau geholfen. Sie wusste, sie wird es jetzt wieder schaffen, weiter zu kämpfen. Sie wusste, da ist etwas, jemand, der ihr Kraft gibt, der ihrem Leiden einen Sinn gibt.

Wo ist denn in unserem Leben jemand, der Kraft braucht? Dem wir Mut zusprechen können? Den wir in seiner Einsamkeit besuchen könnten?